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Pfeife rauchen / Tipps

Pfeife rauchen

 

 

Wie rauche ich eine Pfeife?

Tipps zum Pfeife rauchen für Pfeifeneinsteiger

 

 

1. Wieviele Pfeifen braucht man?

Da eine Pfeife nach dem Rauchen trocknen muss und mindestens einen Tag lang nicht geraucht werden sollte, muss man sich entscheiden, wie viele Pfeifen man pro Tag rauchen will. Anfänglich sollte man mindestens zwei Pfeifen besitzen. Eine preiswerte Pfeife zum Ausprobieren verschiedener Tabake und zum Perfektionieren des Rauchens und eine gute, mittelpreisige Pfeife, für den ersten Lieblingstabak.

Wirtschaftlich denkende Pfeifenraucher kommen durchaus mit 5-10 Pfeifen aus, leidenschaftliche Pfeifenraucher und Sammler besitzen derer um ein Vielfaches mehr.

 

2. Der richtige Pfeifentyp - gerade oder gebogene Pfeife?

Zuerst sollte man sich überlegen, ob man die Pfeife hauptsächlich im Mund behalten will – dann kommt eine Bent (gebogenes Mundstück) in Frage, oder man sie gelegentlich in die Hand nehmen will und auch während des Rauchens den Pfeifenkopf halten möchte, dann sollte man sich eine Straight (gerades Mundstück) zulegen. Natürlich kann man sich auch beide Pfeifentypen anschaffen.

 

3. Große oder kleine Tabakkammer?

Je nachdem, wie lange man eine Pfeife rauchen möchte, entscheidet man sich für ein kleineres oder größeres Füllvolumen der Pfeife. Hat man also weniger Zeit, nimmt man sicher eine kleinere Pfeife, hat man mehr Zeit eine größere.

 

4. Filter oder keinen?

Manche behaupten, der Tabak schmeckt aus einer Pfeife ohne Filter besser als aus einer mit Pfeifenfilter. Viele merken aber keinen Unterschied. Andere verspüren einen geschmackvolleren und angenehmeren Tabakgenuss nur mit Filter. Das verhält sich wie beim Wein trinken. Manche schmecken die Region und den Boden, auf der ein Wein angepflanzt wurde, viele schmecken „nur“ ob er schmeckt oder nicht. 

Die Mehrzahl der deutschen Pfeifenraucher benutzen Filter, die natürlich den großen Vorteil haben, einen Teil des Nikotins, Teers und Tabaksaftes „abzufangen“. 

 

5. Pfeife stopfen

Falsch! Eine Pfeife wird nicht gestopft, sondern "behutsam gefüllt"!

Man nimmt den Tabak und lässt ihn in die Kammer rieseln. Ist die Pfeife voll, klopft oder trommelt man mit den Fingern leicht an den Pfeifenkopf. 

Den Effekt sieht man. Die Tabakteilchen rutschen so in die vorhandenen Hohlräume der momentanen Befüllung. Das kann man ein paar Sekunden lang machen. Jetzt ist wieder Platz in der Tabakkammer, die man wieder mit rieselnden Tabak befüllen kann. Dann wieder klopfen. 

Meistens nach dem zweiten, spätestens nach dem dritten „Klopfen“, rutscht der Tabak nicht mehr nennenswert und der Pfeifenkopf ist fast voll.

Jetzt kann man den Tabak mit einem Finger leicht nach unten drücken. Leicht ist relativ – ungefähr so, wie wenn man einem Kleinkind ein Sandkorn aus dem Augenwinkeln wischen würden, oder, in Maßeinheit ausgedrückt, ungefähr 10% der Gesamthöhe des Tabaks in der Kammer. 

Dann lässt man den Tabak erneut rieseln, der ca. 5 Milimeter höher liegen darf, als der obere Rand der Kammer. Diese Erhöhung drückt man erneut leicht, aber etwas fester in die Kammer, so dass der Tabak mit der oberen Kante oder wenig darunter abschließt.

Viele schwören auf die 1/3 - 1/3 - 1/3 Variante. Das heisst, dass man eine neue Pfeife zuerst 3-5 mal mit einer 1/3 Befüllung raucht, dann 2/3 und erst nach ca. 10 Berauchungen die Kammer erst vollständig füllt.

 

6. Die Pfeife entfachen (anzünden)

Hier als Beispiel mit längeren Streichhölzern, wobei es natürlich auch spezielle Pfeifenfeuerzeuge gibt.

Der Tabak wird einfach angezündet und zwar gleichmäßig rundherum, sodass die gesamte Oberfläche glüht. Aufpassen, dass man den Pfeifenkopfrand nicht ankokelt (während man den Rauch einzieht – Streichholz nach unten zum Tabak führen, während man einatmet, Streichholz weg von der Pfeife nehmen, usw.) Dabei wölbt sich der Tabak, den man dann leicht mit dem Pfeifenstopfer nach unten drückt (leicht = ungefähr so, als würde man den Stopfer aus ein bis zwei cm Höhe auf die Asche fallen lassen).

Ist die Glutfläche nicht vollständig, gibt man dem Tabak erneut Feuer.

 

7. Das Pfeife rauchen

Jetzt braucht man nur noch die Pfeife solange zu rauchen, bis sämtlicher Tabak verbrannt ist und sich nur noch Asche im Pfeifenkopf befindet, damit sich in der Pfeifenkammer eine regelmäßige Patina bildet. 

Das Rauchen selbst ist ein sachtes, behutsames „Schlürfen“ des Tabaks (ähnlich wie das Trinken eines guten Tropfens Wein).

Der Tabak entfaltet sein Aroma erst nach einiger Zeit und zwar dann am besten, wenn man es mit gleichmäßigen, sachten und ruhigen Zügen schafft, den Tabakrauch kühl(er) zu bekommen.

 

8. Darf die Pfeife ausgehen?

Es spielt keine Rolle, ob und wie oft die Glut ausgeht und man die Pfeife erneut wieder anstecken müss. Es ist sogar unabdingbar, die Pfeife ausgehen zu lassen, wenn man der Meinung ist, sie sei zu heiß. Ein Indiz dafür kann zum Beispiel sein, wenn man die Pfeife mit seinen Fingern nicht mehr so gut halten kann und man sie lieber am Holm halten möchte. Oder, manche halten den Pfeifenkopf an den Handrücken und spüren dort die Hitze.

Nach einem erneuten Entzünden sollte man die Asche mit dem Pfeifenstopfer wieder leicht nach unten hin zur Glut drücken. Diesen Vorgang macht man ansonsten aber auch ca. 3-5 mal pro gefüllter Pfeife, wenn man merkt, dass der Rauch dünner wird, oder der Zug sich verändert hat.

 

9. Der Pfeifensaft

Unten im Pfeifenkopf sammelt sich zuweilen etwas Tabaksaft an, oft geht dabei auch die Pfeife aus.

Wenn man jetzt nicht gerade in feinster Gesellschaft ist, hält man einfach die Pfeife am Pfeifenkopf und hält sie aufrecht (ca. im 50 – 60 Grad Winkel, damit die Asche nicht aus der Pfeife fällt) so, dass das Ende des Mundstücks auf einem Blatt Papier (Zeitung, Bierdeckel…) abgestellt wird. Das kann schon mal wenige Minuten dauern, bis sich der Saft durch den Holm vorbei am Filter durchgekämpft hat (um die Zeit zu verkürzen, kann man auch ein paar mal leicht mit dem Pfeifenholm auf das Papier klopfen.). Dann wartet man,  bis ein kleiner, gelbwässriger Fleck auf dem Papier ist. Vielleicht noch kurz einen Pfeifenreiniger in das Mundstück einführen (bis er auf den Filter stößt) und ein bisschen rumdrehen, um den Rest der Feuchtigkeit aufzusaugen (wenn man das nicht macht, kann es sein, dass man eine Spur des säuerlichen Tabaksaftes in den Mund bekommt). 

Alternativ: Man kann auch das Mundstück abdrehen (immer im Uhrzeigersinn auf- und abdrehen) und führt den Pfeifenreiniger bis zum Pfeifenkopf ein, was natürlich auch so den Saft aufsaugt.

Jetzt kann man die Pfeife wieder entfachen. 

 

Verfasser dieser Tipps: P. Postler, ein renomierter Pfeifenraucher